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Herzogtum

Hintergrund

Auszug aus der Geschichte der Herzogstadt Jülich...


Das Herzogtum Jülich war ein Territorium des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis, linksrheinisch zwischen dem Herzogtum Geldern, den Kurfürstentümern Köln und Trier sowie dem Fürstbistum Lüttich gelegen.

Das Herzogtum Jülich umfasste ein Gebiet von 4130 km².

Karte

Das sich 20 km beiderseits der Rur bzw. etwa 40 km westlich des Rheins von Tegelen im Norden bis in die Nordeifel im Süden erstreckte. Es zählte 400.000, größtenteils katholische Einwohner. Hauptstadt war Jülich.


Zum Herzogtum Jülich gehörten die Städte und Gemeinden Jülich, Düren, Münstereifel, Euskirchen, Nideggen, Bergheim, Kaster, Grevenbroich, Mönchengladbach, Dahlen, Dülken, Linnich, Randerath, Brüggen, Süchteln, Aldenhoven, Heimbach, Monschau, Wassenberg, Heinsberg, Gangelt, Geilenkirchen, Waldfeucht, Sittard, Süsteren, Sinzig und Remagen.

 


1328 wird Wilhelm VI. Graf von Jülich. Kaiser Ludwig der Bayer bestätigt ihn in seiner Reichsstandschaft und ernennt ihn zum erblichen Markgrafen. 1356 folgt die Ernennung zum Herzog durch Kaiser Karl IV.

Gerhard I. von Jülich-Berg, der älteste Sohn Wilhelm VI. erheiratet die Grafschaft Ravensberg sowie das Herzogtum Berg und Wilhelm II., der seinem Vater in Jülich nachfolgt, das Herzogtum Geldern.
Nach Wilhelm II. (1362-1393), Wilhelm III. (1393-1402) und Rainald (1402-1423) werden die Herzogtümer Jülich und Berg 1423 miteinander vereint. Nach Rainalds Testament fallen 3/4 des Herzogtums Jülich an Adolf, Herzog von Berg und Urenkel Herzog Wilhelms VI., sowie 1/4 an Johann, Herr von Heinsberg und Enkel des Herzogs Wilhelm VI. Auf diese Weise wird Adolf Herzog von Jülich und Berg (1423-1437) und Johann Herr von Jülich. Seit 1500 gehört das Herzogtum zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.

Durch geschickte Heiratspolitik erfolgt 1521 der Zusammenschluss der beiden Herzogtümer mit dem Herzogtum Kleve und der Grafschaft Mark zu den Vereinigten Herzogtümern.

1538 erfolgt auf dem Hintergrund der Erbstreitigkeiten mit Kaiser Karl V. um das Herzogtum Geldern der Beschluss des Landtages über den Ausbau Jülichs zur neuzeitlichen Landesfestung. 1543 muss Herzog Wilhelm V. nach der Niederlage in der Geldrischen Fehde den Verzicht auf Geldern erklären. Nachdem 1547 ein Stadtbrand Jülich fast vollständig zerstört, ist der Weg frei zum Wiederaufbau als herzogliche Residenz- und Festungsstadt ab 1548/49 nach idealen Plänen des Bologneser Architekten und Festungsbaukundigen Alessandro Pasqualini.

 

Nach dem Aussterben des Fürstenhauses mit Herzog Johann Wilhelm am 25. März 1609 machen mehrere deutsche Fürsten, besonders Sachsen, Brandenburg und Pfalz-Neuburg, auf seine Hinterlassenschaft Ansprüche geltend. Dieser Streit wird als Jülich-Klevischer Erbfolgestreit bekannt und dauert von 1609 bis 1614.


Sofort nach dem Tod Johann Wilhelms ergreifen Brandenburg und Pfalz-Neuburg Besitz der Erbschaft. Im Einverständnis mit Sachsen verlangt aber der Kaiser zunächst, bis nach erfolgter Ausgleichung der Sache, Jülich, Kleve und Berg zu sequestrieren, und lässt sogleich den Erzherzog Leopold mit kaiserlichen und den Erzherzog Albrecht mit spanischen Truppen aus den Niederlanden in die Herzogtümer einrücken. Ersterer überrumpelt und besetzt im Mai 1609 Jülich.


Spanische und holländische Truppen rücken nun gleichzeitig ins Land, die spanischen für die Pfalz, die holländischen für Brandenburg. Da aber die Furcht vor einem allgemeinen Krieg überwiegt wird am 12. November 1614 ein Vertrag zu Xanten über eine geteilte Verwaltung mit Vorbehalt des Kondominats vermittelt. Der Pfalzgraf erhält Jülich und Berg, der Kurfürst von Brandenburg Kleve, Mark, Ravensberg und Ravenstein. Doch bleiben die fremden Truppen im Lande; die Holländer halten die klevischen Festungen bis 1672 besetzt. Erst am 9. September 1666 schließt der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg mit dem Pfalzgrafen Philipp Wilhelm einen Erbvergleich auf Grund des Status quo, nach welchem ersterer Kleve und die Grafschaften Mark und Ravensberg, der Pfalzgraf Jülich und Berg behalten und nach dem Aussterben des Mannesstamms der einen Linie die andere erben sollte.



Quelle:
Seite „Herzogtum Jülich“.
In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Oktober 2009, 00:22 UTC.
URL:http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Herzogtum_J%C3%BClich&oldid=65164907
(Abgerufen: 9. Oktober 2009, 09:59 UTC)



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